AfriCat wir kommen

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Wir sind echte Deutsche und können nicht aus unserer Haut. Wir haben es versucht, aber auch nach 2,5 Monaten in Afrika können wir des Deutschen ganzem Stolz nicht ausweichen - Knusprige Brötchen, echtes Brot mit Kruste. Außerdem liegen da noch Nussecken und Nougatringe. Die deutsche Bäckerei in Outjo ist eine Mausefalle für all die Deutschen die diesen Ort passieren. Sie alle halten an. Genauso wie wir.

Aber erstmal müssen wir von unserem Campingplatz kommen. Wir hatten gestern nur noch wenig Sprit und der blaue Klaus stand heute Nacht leicht schräg. Das restliche Benzin ist in den zweiten Tank gelaufen. Er springt nicht mehr an. 

Durch die zwei Tanks beträgt das Tankvolumen vom blauen Klaus in etwa 170 Liter. Je nachdem ob man Berg auf oder ab fährt fliesst das Benzin in den einen oder den anderen Tank. Wenn es wenig ist, dann kann es bei Schräglage passieren, dass es im falschen landet.

Lustig ist, dass es erst in den richtigen Tank läuft, wenn er bergauf steht. Ich versuche den "Kleinen" also alleine bergauf zu schieben. Elfi lenkt. Zwecklos. Das Ding bekomme ich nie bergauf. Ein Glück hat mich ein Mitarbeiter des Campingplatz gesehen. Er springt an meine Seite und hilft schieben. Jetzt geht es bergauf. Elfi lässt die Kupplung schnallen und der blaue Klaus fängt an zu brummen. Glück gehabt.

Wir bedanken uns bei unserer Anschiebehilfe und fliegen schnellstmöglich nach Outjo zur nächsten Tankstelle. Wir tanken und landen in der Mausefalle für Deutsche (Deutsche Bäckerei Outjo). Wir schwören den weichen Brötchen und dem Toastbrot ab und sacken knusprige Brötchen, ein Brot, Nussecken und Nougatringe ein. Die Sucht steckt in uns tief verwurzelt. 

Und ohne Schamgefühl dafür besuchen wir noch das Internetcafe nebenan und besorgen in einem kleinen Elektroladen eine externe Festplatte für noch mehr Bilder. Als der blaue Klaus Outjo verlässt können die Einheimischen ein leises Knuspern und Knacken vernehmen. Wie das zum Beispiel beim Splittern von Nussecken der Fall sein könnte.

Wir fahren nicht lange und erreichen das Gate der Okonjima Lodge. Dies ist der Sitz der Africat Foundation. Die Foundation kümmert sich um Großkatzen und Wildhunde die auf Farmen Probleme gemacht haben, oder aber aus Privathaltungen abgegeben wurden. Ziel ist es die Tiere wieder auszuwildern.

Der Torwächter öffnet uns das Gate und nach kurzer Rücksprache mit der Lodge dürfen wir einfahren. Auf Okonjima entsteht ein 16.000 Hektar großes Wildreservat in dem langsam verschiedene Raubkatzen ausgewildert werden. Z.Zt. leben dort ein paar Geparde und Leoparde. Wildhunde befinden sich in der Vorbereitung zur Auswilderung.

Auf dem Weg zur Lodge passieren wir das Reservat. Hier ist Aussteigen nicht erlaubt und wir fahren sehr langsam und beobachten die Umgebung. Doch keines der Raubtiere zeigt sich. Wir kommen an der Lodge an.

Nachdem wir eingechecked haben melden wir uns für das Gepardenprogramm am Nachmittag an und fahren auf den Campingplatz, der einige Kilometer von der Lodge entfernt liegt. Martin, unser Guide, zeigt uns den Weg.

Der Campground ist großzügig angelegt. Wir machen uns breit, Essen etwas, waschen Wäsche und werden auch schon wieder für das Nachmittagsprogramm abgeholt.

Martin fährt uns zurück zur Lodge und übergibt uns an Rohan, der die Tour mit uns macht. Mit von der Partie ist eine Familie aus England. Sie sind nur für den Nachmittag da. Morgen sitzen sie schon wieder im Flieger zurück nach London.

Wir sind auf dem Weg in das Gehege der Geparden. Hier leben 9 Geparde die nicht mehr ausgewildert werden können. Sie stammen in der Regel von Privathaltern und haben nie gelernt zu jagen. Selbstständig leben können sie nicht.

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Rohan öffnet das Tor. "Es ist schwer die Tiere am Abend zu finden. Abends verstecken sie sich meistens im Gras.", bemerkt er und steigt zurück in den Geländewagen. Wir fahren los. Auf einer Piste aus rotem Sand sucht sich der Wagen seinen Weg. Rohan erzählt uns einige Dinge über die Geparden. Ich bemerke einen Schatten im Gebüsch. "Da ist einer Rohan", rufe ich ihm zu. Er stoppt. "Rechts hinten ... im Busch", zeige ich ihm. Rohan erkennt ihn sofort. Er setzt zurück und fährt etwas von der Piste in den Busch. Äste knacken.

Wir beobachten und machen Fotos. Einige Fragen zu dem Tier kommen auf und Rohan beantwortet sie. Dann setzt sich das Tier in Bewegung. Es läuft auf die Sandpiste. Wir fahren ein Stück hinterher.

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Einige male hält das Tier inne. Dann verschwindet es wieder im Gebüsch. Weg. Wir sehen es nichtmehr. Wir fahren um die Büsche suchen intensiver und nach 5 Minuten bricht Rohan ab. "Wir hatten schon verdammt viel Glück einen am Nachmittag zu sehen. Ein weiterer ist pures Glück. Ich schlage vor ich zeige euch noch einen Leoparden. Ich weiß nämlich wo einer ist. Ist das Ok ?", fragt Rohan in die Runde. Wir stimmen zu. Die Engländer wollten unbedingt beide Tierarten sehen. Wir werden in den nächsten Tagen noch genug Geparden sehen. Also warum sollten wir nicht nach dem Leoparden schauen wollen.

Rohan fährt uns aus dem Gepardengehege. Wir folgen einigen Sandpisten bis wir vor einem Beobachtungsversteck anhalten. Er steht im Auto auf und erzählt, "Was ich euch jetzt zeige ist nichts auf was wir stolz sind ... Der Leopard heißt Wahu ... Er wurde ganz am Anfang hier auf der Farm von Hand aufgezogen ... Dabei wurden Fehler gemacht und er hat sich an Menschen gewöhnt ... Er hat keine Angst vor Menschen und kann deshalb nicht ausgewildert werden ... Das ist eigentlich nicht das Ziel unserer Organisation. Wir wollen normal alle Tiere auswildern können. Wahu ist heute 12 Jahre alt und hat von uns ein großzügiges Gehege bekommen. Es reicht von hier bis hoch in den Berg. Wir nutzen ihn heute für Vorführungzwecke, wenn z.B. Schulklassen kommen, dann bringen wir sie in dieses Versteck und die Kinder können ihn dann beobachten.". Man merkt Rohan an, dass im nicht ganz Wohl bei der Ansprache ist.

Wir öffnen die Tür zum Beobachtungsversteck. Einige Voluntäre sitzen hier und machen Aufnahmen. Wahu ist ein wahrhaft prächtiges Tier. Er spaziert vor dem Versteck vorbei. Rohan ruft, "Waaahuuuuu". Waaahhuuuu - das ist das Geräusch das die Leopardenmutter macht um ihre Jungen zu rufen. Wahu ist nach dem Geräusch benannt worden. Man hat ihn während der Aufzucht versucht mit einem Waaahuuuu zu rufen und ihn anschließend danach benannt.

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Wir bleiben nur kurz, dann suchen wir uns einen schönen Platz für den Sundowner. Gemeinsam stoßen wir an und unterhalten uns noch über Wahu und Leoparden allgemein bevor Rohan uns auf den Campingplatz zurück fährt.

Wir verkrümmeln uns in unser Zelt als ein riesiges Spektakel vom Berghang gegenüber kommt. Die Paviane sind in heller Aufregung. Über zwei Stunden schreien sie die Nacht zusammen. Irgend etwas muss ihnen das Adrenalin in die Adern schießen lassen. Danach Stille...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com