Auf an den Grootberg

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Die Grootberg Lodge ist Community - based. Das heißt sie gehört der Gemeinde. Und zwar zu 100%. Das ist einmalig in Namibia. Und das merkt man auch. Die Mitarbeiter sind alle hochmotiviert, denn sie profitieren von jedem Gast mit. Damit auch möglichst viele profitieren hat man auch viele eingestellt. Der Manager allerdings ist nicht aus der Gemeinde. Er ist Hotelier und unterrichtet die Mitarbeiter und das merkt man auch. Jeder Mitarbeiter der uns passiert fragt uns wie es uns geht und ob alles OK ist. Danach hält er noch Smalltalk. 

Der blaue Klaus bringt uns nach Nordwesten. Die Straße wird immer schlechter. Das Damaraland gehört zu den "wilderen" Teilen Namibias und genau dort wollen wir hin. An den Grootberg. Morgen gehen wir hier zu Fuß auf Rhino - Tracking.

An der Abfahrt zur Grootberg - Lodge werden wir von einem Mitarbeiter abgefangen. "Bevor ihr fahrt muss ich erst nachfragen ob nicht schon ein anderes Fahrzeug auf der Strecke ist. Die Straße ist zu schmall für zwei Fahrezeuge.", erzählt uns der Mitarbeiter bevor er zu seinem Funkgerät greift und die Lodge anfunkt.

"Ihr könnt jetzt fahren ... aber macht den 4x4 Lowgear rein", informiert er uns. Ich steige aus und schalte die Locks ein. Elfi fährt. Es geht steil hinauf. Der blaue Klaus braucht all seine Kraft.

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Aber nach einige Kilometern treffen wir an der Lodge ein. Wir werden mit kalten Erfrischungstüchern empfangen. Danach gibt es Saft und ein Mitarbeiter weist uns in die Lodge ein.

Wir hatten uns schon auf einen kleinen Spaziergang gefreut, aber der Mitarbeiter winkt ab. "Ihr könnt hier zwischen der Lodge und den Mitarbeiterwohnungen laufen, aber nicht so weit nach rechts oder links. Wir haben zur Zeit wilde Löwen hier. Wir wissen sie sind da, aber nicht genau wo.", erklärt er. "Wir warten auf die Genehmigung vom Wildlife Department, dass wir ihnen Radiosender anlegen können. Dann wissen wir wo sie sind.", fügt er noch. "Macht nichts. Wir laufen hier ein bisschen rum.", antworte ich. Wir hatten schon ein paar Pferde hinter der Lodge gesehen. Die wollten wir uns so oder so anschauen.

Wir beziehen unser Chalet und machen eine Panoramaaufnahme. Die Aussicht ist gigantisch. Hier unter uns im Talkessel gehen wir morgen zu Fuss Spitzmaulnashörner tracken. Nach dem Fotografieren gehen wir eine Runde spazieren.

Panoramafotografie: Grootberg Lodge

Gleich hinter der Lodge erwarten uns die Pferde. Ein schwarzes Pferd ernennt sich zu meinem besten Kumpel und weicht mir nicht mehr von der Pelle. Ich taufe ihn kurzer Hand Lakritze, weil er so dunkles Fell hat und weil er an mir klebt wie angelutschte Lakritze. Ich versuche einige Bilder von den Pferden zu machen, aber Lakritze vereitelt jeglichen Versuch. Danach versuche ich ihn zu fotografieren, aber er hält nicht still. Seine Nase hängt öfter an der Linse als ich sie wischen kann.

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Kurzerhand schnapp ich mir Lakritze und schleiche mich von hinten an Elfi ran. Lakritze entdeckt den neuen Spielkameraden und ich kann ihn für 5 Minuten loswerden. Er streckt seine Nase gleich in Elfis Haare.

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Trotz Lakritzes Sabotageversuche können wir noch einige schöne Aufnahmen machen. 

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Danach laufen wir etwas weiter. Zugegeben etwas weiter nach rechts als wir sollten. Wir beobachten die Tierspuren auf der Sandpiste. Wir finden eine Leopardenspur. Sie scheint von heute Nacht zu sein. Der Guide in der Lodge hatte uns erzählt das Leoparden an den kleinen Teich an der Lodge zum Trinken kommen.

Wir laufen noch ein bisschen weiter. Eine weitere Gruppe Pferde taucht auf. Die Jungs sind etwas scheuer. Wir verbummeln die Zeit mit ihnen bis sie in Richtung Stallung davon ziehen.

Und wieder gehen wir etwas weiter als wir plötzlich auf der Sandpiste eine Löwenspur finden. Das ist definitiv kein Leopard mehr. Die Spur ist größer als mein Handteller und einer der Abdrücke steckt direkt im Abdruck einer Pferdehufe. Am M-Förmigen Ballen kann man erkennen das es sich nicht um eine Hyäne, sondern um eine Katze handelt. Es wird Zeit umzudrehen. Wir folgen der Spur ein bisschen, denn sie geht in die Richtung zurück zur Lodge. Sie ist relativ frisch. Keine ganz scharfen Kanten, aber vielleicht auch von heute Nacht. Sie führt in Richtung Stallung. Dort hatten die Lodgemitarbeiter heute Nacht Feuer gemacht um die Löwen von den Pferden fern zu halten. Anscheinend hatten die Löwen das beobachtet.

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Die Pferde sind mittlerweile an den Ställen. Sie scharen sich um die Tränke. Wahrscheinlich bekommen sie erst gegen Abend Wasser, damit sie von alleine an den Stall kommen. Wir verbummeln und entspannen noch ein bisschen.

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Zurück an der Lodge liegen mittlerweile einige Echsen auf den Steinen, die die Wege markieren. Elfi verfolgt sie mit der Kamera und macht einige Fotos. Danach ist Duschen und Dinner angesagt.

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Morgen früh geht es früh raus. Wir gehen direkt nach dem Essen in unser Chalet. Beim Zähne putzen fällt Elfi eine Bewegung am Waschbecken auf. Der Kerl verzieht sich sofort unters Waschbecken. "Ich glaub da krabbelt ein Skorpion.", kommt aus dem Badezimmer. Ich hüpfe vom Bett und gemeinsam versuchen wir den Kerl unter dem Waschbecken hervor zu holen. Mit Mühe und Not und einem kleinen Stock bekommen wir den Winzling ins Licht. Schnell bemerken wir das er keinen Stachel hat. Anscheinend ist es kein Skorpion. Ich bin mir nicht ganz sicher aber ich glaube es ist eine Skorpionsspinne. Die haben Arme und Greifer wie ein Skorpion, aber keinen Schwanz und kein Giftstachel.

Der harmlose Kerl wird trotzdem des Chalets verwiesen und auf der Veranda "ausgewildert". Danach geht es unter die warme Decke. Hier oben ist es eiskalt, wenn die Sonne untergeht. Morgen früh tracken wir Rhinos ...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com