Auf nach Letaba und zu Fuss in den Busch

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Wir haben heute nur eine kleine Strecke vor uns. Wir fahren von Olifants nach Letaba. In Letaba gehen wir auf Bushwalk. Aber vorerst machen wir noch ein paar Panoramaaufnahmen vom Olifant - Fluss.

Die erste Panorama - Aufnahme machen wir direkt von der Terrasse des Olifant - Camps. Hier genießen jede Menge Touristen die Aussicht. Das macht das Fotografieren nicht einfacher. Ich mache etliche Einzelbilder. Die werden nachher am PC zusammengesetzt.

Panorama: Olifants - Camp

Wir sind wieder unterwegs. Entlang am Olifants - Fluss fahren wir in Richtung Letaba. Wir können einen Kampfadler beobachten und einige Krokodile. Am Olifants Lookout machen wir nochmal eine Panoramaaufnahme. Während wir fotografieren passieren uns einige Flusspferde. 

Panorama: Olifants - Lookout

Es ist nicht mehr weit nach Letaba als wir in einem Baum am Engelhard Damm einen afrikanischen Seeadler ausmachen. Er hat einen Fisch erbeutet und zerlegt ihn genüsslich vor unseren Augen. Leider im Schatten, aber ein paar Bilder machen wir trotzdem. Jetzt wird es aber Zeit für das Letaba Camp. Sonst gibt es keinen Bushwalk mehr.

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Im Camp ist momentan Fussball - Stimmung. Wir schreiben uns für den Abend - Bushwalk ein, beziehen unser Chalet und gehen ins Restaurant um noch etwas zu futtern. Auf dem Fernseher der hier hängt verfolgen wir die WM während ein Auge raus auf den Letaba Fluss schielt und bei jedem neuen Elefant die Hand zum Fernglas greifen lässt.

Wir sind an der Rezeption. Hier startet unser Bushwalk. Jaque ist unser Ranger und Alfredo unser Tracker. Mit dem 4x4 fahren wir raus in den Busch. Mit von der Partie sind noch zwei aus Kapstadt und zwei Franzosen. Die Franzosen sind nur schwer in unser Gespräch zu integrieren. Sie sprechen beide kaum englisch, aber die beiden Kapstädter sind äußerst gesprächig. Wir quasseln ein bisschen und tauschen Infos über Frankfurt bzw. Kapstadt aus. Wie der Mitarbeiter unserer Lodge in Kapstadt hängt auch unser Begleiter an jeden Satz den er spricht ein lautes Lachen. Die Stimmung wird noch besser als sie schon war.

Aber jetzt wird es ernst. Wir sind im Busch und stehen vor unserem 4x4. Jaque führt seine Sicherheitseinweisung durch. Die ist definitiv spannender als die in einem Flugzeug. Beide laden und entsichern ihre Gewehre. Das gibt dem ganzen noch mehr Abenteuer - Feeling.

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Wir sind noch keine 500 Meter im Busch da liegt auch schon das erste Giraffen - Skelett. Das Skelett ist schon 4 Jahre alt. Löwen hatten das Tier getötet. Sie jagen Giraffen gerne über steiniges Terrain. Wenn diese stolpern sind sie eine leichte Beute.

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Jaque hebt einen Knochen auf und reicht ihn uns. Reihum wandert er bis zur Kapstädterin. Sie legt ihn weg. Ich erkläre ihr sie soll nachher nicht vergessen ihre Hände zu waschen - wegen Milzbrand. Sie schaut entsetzt auf ihre Finger. Jaque lacht und erklärt das uns keine Gefahr droht. Anschließend erzählt er uns noch einige Dinge über Milzbrand und Tuberkulose im Krüger Nationalpark. Das ist wirklich interessant.

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Wir erfahren noch einiges über die Pflanzen im Busch. Der Kapstädter und ich wir greifen gleich zu. Der Busch ist angeblich essbar. Also rein damit. Mir wird schlagartig der unterschied zwischen essbar und geniessbar bewusst. Das Zeug ist unglaublich bitter. Ich verziehe das Gesicht und Elfi macht guter Laune Bilder davon.

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Jetzt ist Spurenlesen dran. Wir "tracken" ein Spitzmaulnashorn und einen Elefantenbullen der nach Wasser gegraben hat. Wir lernen die Wasserlöcher eines Elefanten zu nutzen, falls wir kein eigenes Wasser dabei haben. Elefanten bevorzugen reines Wasser. Wo ein Elefant gegraben hat, da kann man ein paar Meter weiter sein eigenes Wasserloch graben. Das Wasser sollte dann OK sein (ohne Gewähr).

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Die Fußspur des Elefantenbullen ist so groß das wir uns mit beiden Füßen problemlos in einen Abdruck stellen können.

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Wir stoßen auf zwei alte Büffel. Die Tiere sind extrem gefährlich erklärt uns Jaque und schickt uns hinter ein Bäumchen. Beide Büffel drehen sich mit ihrem Hinterteil in das Dickicht. Die Augen auf uns gerichtet. "Sie fühlen sich so sicherer.", erklärt Jaque, "Wenn wir jetzt ins Dickicht folgen würden, dann würden wir das nicht überleben.". Stille. Wir beobachten sie noch eine ganze Weile, dann ziehen wir uns zurück. Langsam verlassen wir die Beiden. "Was wäre passiert, wenn uns die Beiden angegriffen hätten ? Das kleine Bäumchen wäre doch kein Schutz gewesen, oder ?", frage ich Jaque."Natürlich nicht. Der Baum ist nur eine mentale Hilfe für mich, damit ich weiss, dass nicht nur ich zwischen euch und dem Büffel stehe. Außerdem gibt es mir und Alfredo genug Zeit einen gezielten Schuss abzugeben.", antwortet Jaque. "Na denn.", denke ich.

Wir laufen nun durch ein Mopane Dickicht als Alfredo einen Büffel entdeckt. Noch während mir Jaques Worte bezüglich "wenn wir dem Büffel ins Dickicht folgen ... überleben wir nicht" im Kopf umgehen, wird die Sache ernst. Jaque schickt Alfredo mit uns weg. Wir laufen zügig in die entgegengesetzte Richtung. Im Augenwinkel sehe ich Jaque das Gewehr im Anschlag rückwärts zu uns laufen. Man kann ihm das Adrenalin ansehen. 2 Minuten später Entspannung. Der Büffel war wohl in guter Laune. Er ist außer Reichweite. Der afrikanische Büffel ist eines der gefährlichsten Tiere im Busch. Er hat keinen Gesichtsausdruck. Er ist unberechenbar. Man weiß nie ob er gereizt ist oder nicht.

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Der Gesang der Hyänen erklingt in der Luft als wir am 4x4 ankommen. "Das ist das Zeichen. Es wird Zeit den Busch zu verlassen.", verkündet Jaque und bedankt sich bei uns. Auch wir bedanken uns bei ihnen und steigen in den Geländewagen um wenige Minuten später wieder in Letaba anzukommen. Jetzt ist es schon dunkel. Wir lassen den Abend im Restaurant bei Elefant und WM ausklingen...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com