Auf nach Port Elizabeth

40_11750_89

Am Morgen verlassen wir den Tsitsikamma Nationalpark. Aber bevor es auf volle Fahrt geht halten wie in Storms River. In einem kleinen Cafe gehen wir Frühstücken. Es hat nämlich die halbe Nacht geregnet und wir wollen das Frühstück im Trockenen genießen.

Das kleine Cafe sieht noch aus wie in Omas Zeiten. Einfach eingerichtet und mit einem gemütlichen Charme. Das ältere Paar hinter der Theke freut sich über unseren Besuch. Hier scheinen nur wenige Fremde einzukehren. Wir bestellen "Fried Eggs - Sunny side up" (Spiegeleier) und ein Kaffee bzw. ein Kakao. Wie überall in Südafrika kassieren wir einen komischen Blick als wir betonen das wir weder Speck noch Würstchen wollen. Gefrühstückt wird in Südafrika nämlich meistens Englisch. 

Das heißt ein Frühstück besteht hier in der Regel aus Eiern, Würstchen, Speck, Tomaten, Pilzen und Toast. Auf den Toast kommt Butter und Aprikosenmarmelade.

Wir bezahlen und sind wieder auf der Straße. Wir passieren eine Horde Paviane und biegen in eine Tankstelle ein. Hier ist die Hölle los. Eine Gruppe Brasilianer macht rast. Die Camper die sie bei Keacamper gemietet haben sind Stilecht dekoriert worden. Auf jedem der drei Wohnmobile ist in Übergröße mindestens ein Trainer aufgeklebt der gerade einen WM Pokal küsst. Dazu sind die Wohnmobile grün/gelb bemalt und beklebt.  Man kann die Jungs über die ganze Tankstelle singen hören. Die WM rückt näher.

Weder in Namibia noch in Südafrika tankt man selber. Man fährt an die Zapfsäule der Wahl. Dort steht ein Mitarbeiter. Scheibe runter. Ich erkundige mich nach seinem Wohlergehen und er sich nach meinem. Mit einem Griff unter das Armaturenbrett öffne ich den Tankdeckel und sage zum Tankwart, "95 unleaded. Full please.". Dieser nickt und tankt den blauen Klaus voll. Der blaue Klaus ist durstig. Mit einem 160 Liter Tank zieht er den Treibstoff in großen Schlücken. 

Während der Tank voll läuft krame ich ein 2 Rand (ca. 20 Cent) Stück aus dem Geldbeutel. Danach beobachte ich die Tankuhr. Mit jedem 100 Rand Sprung auf dem Display der Zapfsäule ziehe ich einen 100 Rand Schein heraus. In der Zwischenzeit hat der Tankwart die Scheiben geputzt und fragt mich ob er das Wasser und den Reifendruck kontrollieren soll - "Just for your safety.", fügt er hinzu. Ich lehne dankend ab. Der Zapfhahn entriegelt sich. Der Tank scheint voll zu sein. Nun wackelt der Tankwart am Auto wie ein Derwisch und drückt noch einmal den Zapfhahn bis der Tank auch garantiert randvoll ist. 958 Rand zeigt die Zapfsäule. Ich drücke dem Tankwart 1000 Rand in die Hand und füge hinzu, "One thousand". Schnell zählt er nach und nickt bevor er mit dem Geld in der Tankstelle verschwindet.

Keine 2 Minuten später überreicht er mir das Wechselgeld und die Quittung. Als Dank für den Service drücke ihm das 2 Rand Stück in die Hand. "Thank you. Drive safely.", gibt er uns auf den Weg mit und wir verabschieden uns mit, "Have a nice day" in Richtung Port Elizabeth. 

Von unterwegs reservieren wir eine Übernachtung im Africa Beach Guesthouse. Hier gibt es Internet und Waschservice. Port Elizabeth ist keine kleine Stadt. Wir erfragen uns unseren Weg in den Stadtteil Summerstrand. Dort angekommen fragen wir uns weiter durch bis zu unserem Guesthouse. Die Wäsche geben wir bei der Rezeption ab und lassen uns den Weg in das nächste Einkaufszentrum erklären. Wir müssen Lebensmittel auffüllen.

Am Abend sind wir wieder im Guesthouse. Die Vorratskiste im blauen Klaus ist wieder gefüllt. Wir wollen noch einige Emails schreiben und noch mal übers Internet telefonieren, aber heute und morgen gibt es in Summerstrand kein Internet mehr. Weder im Guesthouse noch im Internet - Cafe um die Ecke. Totalausfall.

Morgen fahren wir weiter in den Addo Elephant Nationalpark. Hier gibt es das A und O der afrikanischen Fauna. Bin mal gespannt ob wir was davon sehen werden ...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com