Auf Tour im Marakele Nationalpark

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Elfi stoppt den Motor. Wir haben Angst um das Auto. Die Straße ist keine mehr. Eine Dreckpiste mit 40 cm tiefen Spuren die mit kleinen Felsen gespickt ist. Auch wenn das ein Nationalpark mit Löwen und Elefanten ist, so wollen wir uns erst die Straße anschauen bevor wir da reinfahren. Ich steige aus. Ich entferne mich einige Meter vom Auto. Folge der "Straße". Hier ist alles voller Büsche. Man kann keine 3 Meter weit sehen. Plötzlich explodiert der Busch neben mir. Das Adrenalin schießt mir in die Adern. Mir wird auf einmal so heiß. Ganz anders als heute morgen.

Ich höre wie Elfi ihren Schlafsack öffnet. Danach öffnet sich der Zipper vom Zelt und kleine Füße trappeln die Leiter runter. Danach Stille. Ein kurzes Kichern. Und wieder Stille. Jetzt schäle auch ich mich aus dem Schlafsack. Es ist kalt. Bitter kalt. Bis ich in die Gänge komme faucht draußen schon der Gaskocher. Ich strecke den Kopf aus dem Dachzelt und schaue in das Gesicht eines Straußes. "Witzig, oder ?", wirft mir Elfi zu. Wir sind von Straußen umzingelt. "Der Kakao ist auch schon fertig.", lockt mich Elfi das Dachzelt hinunter.

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Während ich die Leiter hinunterstolpere fällt mir auf, dass die Scheibe vom blauen Klaus gefroren ist. Wir schlürfen erstmal den warmen Kakao.

Es geht los in den Park. An der ersten Kreuzung fahren wir Richtung Westen. Und nach drei weiteren Kreuzungen wird die Straße zur Piste. Immer kaputter und zerfahrener. Die ersten zwei Kilometer meistert Elfi, doch dann kommt eine Stelle die es in sich hat. Und jetzt, jetzt explodiert das Gebüsch neben mir. 

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Mein ganzer Körper zuckt zusammen. Mein Blick wandert nach oben. Selbst hier wackeln die Bäume. Ehe ich mich versehe schaut mich eine Giraffe von oben an. Ich hatte sie nicht gesehen. Elfi hatte sie nicht gesehen.

Auch die Giraffe hatte mich anscheinend erst spät erkannt. "Was ist den das für ein komischer Pavian ?", sagt ihr Gesichtsausdruck, bevor sie weiter im Wald verschwindet. Meine Beine zittern mich zurück ins Auto.

Elfi bringt uns zurück auf eine "echte" Straße und wir suchen uns einfachere Wege durch den Park. Gegen Mittag verlassen wir kurz den Park, um in der nächsten Stadt eine Decke zu besorgen, und eine Stunde später wieder an der Picnic Site im Park zu sein. WIr essen etwas. Schmoren in der Sonne. Nächstes Ziel ist die Ostseite des Parks.

Panorama Marakele Nationalpark

Wir besuchen den Aussichtspunkt im Osten des Parks. Auf schmaler Straße erklimmen wir einen der Berge und beobachten den Sonnenuntergang. Anschließend geht es im Scheinwerferlicht wieder zurück auf den Campingplatz. Wir testen unsere neuste Errungenschaft und schlafen im Schlafsack eingewickelt in unsere neue Decke. In wohliger Wärme genießen wir den Schlaf. Morgen fahren wir in den Krüger Nationalpark...

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Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com