Botswana wir kommen

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Es gibt keine Glühbirne und aus der Fernbedienung des Fernsehers wurden die Batterien geklaut. Im Badezimmer ist das Fenster mit Wandfarbe übermalt und warmes Wasser ist Fehlanzeige. Im Hof hinter der Küche liegen Katzen im Geschirr. Unsere Notunterkunft in Botswana hat das Feeling eines schlechten Roadmovies.

Auf dem Weg aus dem Krüger Nationalpark verabschieden sich noch einige Giraffen von uns und während ich überlege wie hoch die Chance ist, dass man keinen von 2500 Löwen im Park in 4 Tagen sieht zieht ein Sattelstorch über uns hinweg. Von denen gibt es nur 100 im Park. Eine echte Rarität.

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Kurz nach verlassen des Parks passieren wir die Amarula Fabrik. Hier wird das "Gute Stöffchen" hergestellt. Zusammen mit ein paar Eiswürfeln ist das Zeug der Hammer.

Wir stoppen im Savannah Shopping Center um ein USB - Kabel und einige Lebensmittel zu besorgen. Mein USB - Kabel scheint innen gebrochen zu sein. Danach folgen wir der Mautstraße.

Wir wollen zum Grenzübergang "Martin's Drift". Aber irgendwie sind wir falsch abgebogen und nun stehe ich in einer Tankstelle. Ich frage die Kassiererin nach dem Weg. Die hat aber überhaupt keine Ahnung. Eine Kundin will mir weiterhelfen. Ihre Freundin sitzt draußen im Auto. Sie ist aus Simbabwe und fährt die Strecke nach Botswana öfters. Die muss Bescheid wissen.

Ich begleite sie zu ihrem Auto. Ihre Freundin ist genauso freundlich wie sie selber. Sie erklärt mir den Weg und fügt hinzu, dass wir es allerdings vor Grenzschluss nicht mehr schaffen. Es wäre schon zu spät. Die Grenze schließt um 16.00 Uhr. Auf unserer Karte steht 18.00 Uhr.

Elfi und ich, wir beratschlagen uns, ob wir heute weiterfahren. Wir kommen zu dem Ergebnis, dass wir so nah wie möglich an die Grenze fahren. Sollte die Grenze nicht mehr offen sein, dann schlafen wir irgendwo kurz vor der Grenze. 

Knapp 3 Stunden später stehe ich an der Wechselstube vor der Grenze. Die Grenze hat noch offen. Es ist 17.30 Uhr. In der Wechselstube ist niemand. Ich frage im Nachbarladen nach. Die gute Frau aus der Wechselstube ist kurz austreten erklärt mir der Sicherheitsangestellte.

Ein weiterer Afrikaner taucht auf. Auch er will in die Wechselstube und wartet mit mir zusammen. 

Nach einer viertel Stunde erscheint die Mitarbeiterin. Sie hält sich einen Eisbeutel an den Hals. Keine Ahnung was sie hat. Sie scheint leicht gereizt zu sein. Jetzt filzt der Wachmann den Afrikaner der nach mir gekommen ist zu erst und lässt ihn vor mir in die Wechselstube. Er wusste genau das ich zuerst da war. Rassismus - "The other way around". Es ist mir egal. Dann warte ich eben.

Ich hab ein paar Rand in botswanische Pula gewechselt. Ich fühl mich besser mit etwas Landeswährung in der Tasche. Wir müssen bald wieder tanken. Doch noch sind wir nicht in Botswana. An der südafrikanischen Grenze reisen wir aus um ein paar Minuten später im Gebäude der botswanischen Grenze zu stehen. Am Schalter zur Passkontrolle werden wir unglaublich höflich empfangen. Wir füllen die Einreiseformulare aus. Der Beamte unterhält sich mit uns über das letzte Fussballspiel der Deutschen. Wir machen einige Scherze und alles läuft gut ab. Der Beamte zeigt uns noch den Weg zur Kasse. Eine Einreisegebühr ist fällig. 

Nachdem wir die Gebühr bezahlt haben sind wir schon wieder auf der Straße. Die Dämmerung naht und wir brauchen noch eine Übernachtungsmöglichkeit. Elfi studiert die Karte. Wir wollen noch bis Papalye fahren. Hier gibt es einige Hotels und Gasthäuser. Aber nach Papalye sind es noch knapp hundert Kilometer. Es wird dunkel.

Die Straße ist super. Wir können uns nicht vorstellen warum die Straßen in Botswana einen so schlechten Ruf haben. In vielen Reiseführern wird vor ihnen gewarnt. Am Mittelstreifen und an den Randstreifen sind verschiedenfarbige Reflektoren eingearbeitet. Man fährt im Scheinwerferlicht des Autos wie auf einer Landebahn. Bei Ausfahrten sind andersfarbige Reflektoren angebracht. Da kann man nichts verpassen.

Es sind aber noch viele Kühe und Esel auf der Straße. Teilweise tauchen im Scheinwerferlicht sogar einige Menschen auf. Wir überholen einen weiteren Geländewagen. Er scheint irgend ein Tier angefahren zu haben.

Jetzt kommen wir in Papalye an. Wir suchen uns den Weg zum Hotel. Aber hier findet irgend eine Convention statt. Das Hotel ist ausgebucht. Wir versuchen es beim nächsten. Ausgebucht. Jetzt bleiben uns nur noch kleinen Gasthäuser. Am ersten hängt noch die Weihnachtsbeleuchtung. Wir fahren weiter. Das nächste Gasthaus sieht einigermassen aus. Die Eigentümerin ist gut drauf und begrüßt uns singend. Ihre Tochter zeigt uns das Zimmer. Das Licht geht nicht an. Keine Birne drin. Kein Problem. Es gibt noch genau eine Ersatzbirne. Sie muss nur erst noch gefunden werden.

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Das Zimmer ist einem schlechten Roadmovie entsprungen. Es kommt in der Szene vor wo das Blut unter der Tür herausfliesst. Aber nachdem auch noch Batterien für die Fernbedienung aufgetaucht sind, geben wir uns wieder der WM hin. Deutschland spielt und mein Jubeln beim 1:0 gegen Ghana ist der einzige Laut im ganzen Guesthouse.

Trotz allem schlafe ich erstaunlich gut. Wahrscheinlich weil die Menschen hier alle so freundlich waren. Sie machen aus den Mitteln die sie haben das Beste.

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com