Die Cango Caves

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Wir haben gerade unseren morgendlichen Kaffee bzw. Kakao intus als uns höflich ein anderer Camper begrüßt und zu uns herüber kommt. Er ist Mercedes - Fan. Hat eine Sonderanfertigung in Deutschland bestellt, weil die M-Klasse das einzige Fahrzeug ist das seinen Wohnanhänger vernünftig ziehen kann. Wir erfahren von seiner Europareise und das er mit dem Vogelzuchtvereinsvorsitzenden hier ist. Am Ende erwähnt er beiläufig das wir das Wasser hier nicht trinken sollen. Das Grundwasser ist in der Karoo nicht tief genug. Die Info wäre vielleicht zu Beginn unseres Frühstücks besser gewesen.

Aber wir bleiben von Montezumas Rache verschont und jagen den blauen Klaus zu den Cango Caves. 

Nach kurzer Fahrt stehen wir vor einem absolut modernen Gebäude das hier in den Fels gebaut wurde. Es gibt einen großen Empfang und irgendwie erinnert einen die Einrichtung an ein Konzerthaus. Und genau das ist es auch gewesen. Die Grotten wurden früher als Konzertsaal genutzt. Die Akustik in den Höhlen hat Musiker aus der ganzen Welt angezogen. Doch Gäste haben die Höhlen demoliert. Sie haben Stalagmiten und Stalaktiten als Souvenirs rausgerissen und mitgenommen.

Heute werden Besucher durch die Höhlen geführt. Es gibt zwei verschiedene Touren. Die Standard und die Abenteuer Tour. Auf ins Abenteuer.

Die Abenteuer Tour beinhaltet die Standard Tour. Danach geht es jedoch noch weiter ins Erdinnere. Durch Passagen die so tolle Namen wie Devil's Workshop, Devil's Chimney oder Ice Chamber tragen. 

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Wir lösen die Tickets und merken das unsere Tour schon angefangen hat. Wir sind 5 Minuten zu spät. Wir flitzen in die Höhle. Hören Stimmen. Und finden unsere Truppe. Es gibt noch einen Deutschen, ein paar Australier und der Rest sind Südafrikaner. Eine lustige Truppe.

Zu Beginn stehen wir in einer großen Halle. Die Führerin erzählt uns wie die Höhle entdeckt wurde und das der Entdecker damals nur eine Öllampe mit sich führte. Daraufhin löscht sie das Licht und nur eine Öllampe brennt. Es ist stockdunkel. Echt beklemmend.

Es zieht uns weiter in die Höhle. Wir schauen uns verschiedene Felsformationen an. Lernen etwas über den Fluss und die Kraft des Wassers.

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Nun beendet sie die Standard Tour. Das Abenteuer beginnt. Sie bittet mich die Kamera zurück zu lassen. Da wo wir jetzt hingehen passe nur ich oder die Kamera hindurch. Außerdem sind mehr als 80 % Luftfeuchtigkeit kein guter Ort für Elektronik. Auf dem Rückweg holen wir sie hier wieder ab.

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Wir steigen eine Stahltreppe hinauf. Und fangen an auf allen vieren zu krabbeln. Die engste Stelle der Tour ist lediglich 27 cm hoch. Wir suchen uns unseren Weg durch das Labyrinth. Der andere Deutsche ist Klaustrophobiker. Nach jeder engen Stelle bekommt er von uns Beifall für seinen Mut sich selbst zu überwinden.

Doch jetzt kommt der Devil's Chimney (Des Teufels Kamin). Ein kleiner Spalt in der Wand. Danach geht es mehr als 2 Meter senkrecht in die Höhe. Dabei ist es so eng das man sich nicht drehen kann. Elfi ist vor mir an der Reihe. Sie ist ein ganzes Stück kleiner und vor allem um einiges Schlanker als ich. Sie verschwindet im Loch. Kann sich dort kaum bewegen. Nur mit Mühe kann sie ihre Bein so drehen das sie den Halt nach oben findet. Ich bin der Erste unter den Größeren der in den Chimney muss.

Ich schlüpfe in das Loch. Sofort spüre ich den Druck des Felsen an Rücken und Brust. Ich gehe im Kopf die Anweisungen des Guides noch einmal durch. Versuche dann das rechte Bein auf einen kleinen Absatz zu heben. Erst nach dem vierten Versuch komme ich auf den Absatz. Ich versuche Halt mit den Händen zu finden, aber das Gestein ist aalglatt. Nur mit Mühe und Not finde ich genug halt. Klemme mich selbst in das harte Gestein und wuchte mich Senkrecht in die Höhe. Plötzlich erkenne ich Elfis Gesicht am Ende der Röhre. Sie schaut etwas besorgt. Aber ein paar Sekunde später habe auch ich es geschafft. Erleichterung macht sich in mir breit.

Es geht weiter bis wir an der niedrigsten Stelle der Tour ankommen. Der Felsspalt ist diesmal Waagrecht. Unsere Führerin robbt als erstes hinein. Wir folgen in Reih und Glied. Am Ende des Spaltes wir es richtig eng. 27 cm. Das ist weniger als ein Schullineal !  Einer nach dem anderen dreht sich mit den Füßen zum spalt und schlüpft unter den Anweisungen des Guides durch ihn hindurch. Wieder bin ich der erste der Großen und als ich mich mit den Füßen zum Spalt drehen will ruft mir der Guide zu, "Nein. Du. Kopf voran.". Ich halte es erst für einen Scherz, da ich auf der anderen Seite sehen kann, dass es ein gutes Stück nach unten geht und der Fels dort glänzt, was zu meist bedeutet das er Glatt ist. 

Aber es hilft nichts. Sie meint es ernst. Also drehe ich mich. Mit dem Kopf voran rage ich aus dem Spalt. Nun fühle ich wie mir der obere Felsrand in den Rücken drückt. Hier geht nichts mehr. "Einfach alles ausatmen.", gibt mir unser Guide vor. Und jetzt rutsche ich durch die Spalte. "Wenigstens keine Steissgeburt", denke ich mir und habe die letzte ernsthafte Hürde überstanden.

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Wir sind zurück am Ausgang der Höhle. Alle sichtlich von der Erfahrung überwältigt. Wir hatten einen Riesenspass. Aber wir sind auch klatsch nass geschwitzt. Es war ganz schön anstrengend. Im blauen Klaus zurück leeren wir eine Flasche Fanta bevor wir weiterfahren. Wir wollen noch in den Tsitsikamma Nationalpark.

Wir fahren zurück an die Küste. Vorbei an den "Four Passes" geht es auf die Gardenroute. 

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Unterwegs machen wir noch einige Bilder. Fotografieren die Wohnhäuser der ärmeren Bevölkerung. 

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Am Abend kommen wir im Nationalpark an. Wir wollen dort wieder Zelten. Am Gate werden wir durchgelassen. "Meldet euch an der Rezeption an.", erklärt uns der Wächter. Wir folgen dem Info - Schild. Wir fahren durch den kompletten Park. Dort angekommen erfahren wir das die Rezeption am Anfang des Parks gewesen wäre. Also den ganzen Weg noch einmal zurück.

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An dem Parkplatz der Rezeption nimmt eine Grüne Meerkatze die Mülltonne auseinander. Wir stehen vor geschlossener Tür. Wir sind im Park. Haben aber kein Permit. Die Rezeption hat gerade geschlossen.

Die zwei Illegalen sind auf dem Weg zurück durch den Park. Hier direkt an der Küste liegt der Campingplatz. Wir schnappen uns den nächst freien Platz und machen uns breit. Für heute sind wir Schwarzfahrer im Nationalpark. Morgen geht es in den Tsitsikamma Forest, falls sie uns nicht schnappen und einbuchten ...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com