Etosha Tag 1

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Ganz sicher ist sie sich nicht. Die Beine leicht eingezogen, die Ohren angelegt schaut sie ständig um sich. Dabei ist sie die Gefahr am Wasserloch. Hauptakteur im Spiel zwischen Raubtier und Beute. Man kann sehen das sie noch ziemlich jung ist. Die Zebras, Elands, Impalas und Warzenschweine wissen noch nicht was sie von ihr halten sollen. Aber der Durst treibt sie weiter. Zwei Schakale zeigen ihr wie unbeeindruckt sie sind und versuchen in ihre Beine zu beissen. Das macht die junge Hyäne noch unsicherer. Das Schauspiel beginnt.

Nach dem Frühstück haben wir das Camp Namutoni verlassen. Wir steuern ein Wasserloch im Süden an. Ein Camper steht hier schon. Wir lassen den blauen Klaus ausrollen und stoppen den Motor.

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Auf unserer ersten Tour durch den Etosha sind wir häufig von Wasserloch zu Wasserloch gefahren. Haben selten gewartet. Mittlerweile ist das anders. Wir warten viel mehr an den Wasserlöchern als wir fahren. Das hat sich als die bessere Methode herausgestellt.

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Wir beobachten die Giraffen, Impalas und Elands die eine nach dem anderen an das Wasserloch kommen. Vorsichtig nähern sie sich dem Wasser. Immer ein Auge auf die Bäume und Büsche in ihrer Umgebung gerichtet.

Plötzlich richten alle Tiere die Augen in eine Richtung. Die Omi im Camper vor uns hat ebenfalls etwas entdeckt. Ich suche durch die Kamera das Gebüsch ab, Elfi nutzt das Fernglas. Es dauert eine Weile, dann können auch wir einen Schatten ausmachen. Wenige Sekunden später kommt eine Hyäne aus den Büschen.

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Die "Vegetarier" am Wasserloch sind sich nicht ganz sicher ob sie fliehen sollen. Der Geruch scheint sie mehr zu erschrecken als das unsichere Bündel Hyäne das die Bühne betreten hat. Einige der Akteure sind wenig beeindruckt. So wie die Schakale welche die Hyäne gerade aus "ihrem" Bereich vertreiben. Die Hyäne stolpert in Richtung Wasserloch. 

Sie braucht mehrere Anläufe bevor sie am Wasserrand ankommt. Immer wieder schleicht sie ein Stück vor, wenn ein Zebra oder Impala wegen ihr aufschreckt, dann zieht sie sich unsicher mit zurück. 

Nun liegt sie da. Die Zunge kommt geradeso in das Wasser. Schlappert einen Schluck nach dem anderen hinein, als ein Warzenschwein auftaucht. Der große Eber zögert keine Sekunde und zeigt der Hyäne wo es lang geht. Im vollen Galopp geht es ins Gebüsch. Nun trinkt der Eber. 

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Während des ganzen Schauspiels landen immer wieder Schwärme von Finken am Wasserloch. Nur kurz nehmen sie Wasser auf, dann heben sie mit einem Brummen von hunderten von Flügeln wieder ab.

Das Warzenschwein ist fertig und zieht sich ins Gebüsch zurück. Kaum ist es verschwunden, da taucht die Hyäne wieder auf. Mit dem Blick in Richtung Gebüsch startet sie einen erneuten Versuch an das Wasserloch zu kommen. Doch eine Oryx Antilope hat etwas dazu gelernt. Sie macht es dem Warzenschwein nach. Mit gesenkten Hörnern vertreibt sie die Hyäne. Die Hyäne wird heute durstig bleiben. Eine halbe Stunde später fahren wir weiter. 2 Stunden waren wir am ersten Wasserloch und wir haben noch etwas zu fahren um nach Halali zu kommen.

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Elefanten haben den Weg zum nächsten Wasserloch verwüstet. Ihr Kot und einige abgerissene Äste zieren den Weg. Am Wasserloch erwartet uns eine Gruppe von drei Bullen. Genüsslich spritzen sie sich das kühle Nass in den Rachen. Teilweise hört sich das an, als würde eine Klospülung leer laufen. 

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Auch hier bleiben wir eine weitere Stunde. Danach brauchen wir mal eine Toilette. Wir fahren die nächste Picknick - Area an. Der Platz sieht ziemlich verwüstet aus. Wir treffen auf einen Landrover mit deutschen Nummernschild. Aus München. Der hat eine lange Fahrt hinter sich.

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Wir fahren ohne Druck weiter. Am nächsten Wasserloch machen wir halt. Hier steht eine Giraffe. Danach noch eine.Dann wieder eine. Und noch eine. Und während ich sie zähle kommen noch zwei bis es 14 Giraffen sind. Die Türme trinken abwechselnd und lassen sich durch die Heerschar an Zebras nicht stören. Die Fotos rattern auf die Speicherkarten.

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Nun wird es aber langsam Zeit ins Camp zu kommen. Die Gates schließen pünktlich und wir wollen nicht im Park eingesperrt bleiben. Wir fahren durch Dorngebüsch und Savannen Gras als Elfi plötzlich den Wagen stoppt. "Da steht ein Spitzmaulnashorn", fügt sie hinzu. Die Kamera legt sich schon von ganz alleine auf die Fensterscheibe. Der Motor geht aus um die Vibrationen zu minimieren. Das Nashorn mustert uns während wir die ersten Bilder machen.

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Doch es schenkt uns nur eine knappe Minute, dann zieht es weiter ins dichte Gebüsch und wir verlieren es aus den Augen. Trotzdem bedanken wir uns höflich und ziehen weiter. Der Torschluss ruft.

In Halali angekommen beziehen wir unsere Campsite. Danach geht es zum Fussball. Das Restaurant wurde mit einem großen Fernseher ausgestattet. Wir lassen uns nieder. Deutschland gegen Spanien. Noch sind wir siegessicher. Wir bestellen uns etwas zu essen. Schon nach der ersten Halbzeit sind wir uns nicht mehr so siegessicher. Wir bestellen erstmal den Nachtisch. Im Zuge der Reformation des NWR zu einem Luxusetablismont steht in der Speisekarte der Nachtisch nur auf Französisch. Ich habe keine Ahnung was das ist und frage die Kellnerin. Sie erklärt mir das sei eine Art Kuchen mit Vanillesoße. "Passt", stimme ich zu. Elfi bestellt irgend etwas mit Pflaumen. Während wir warten bestellt der Nachbartisch seine Desserts. Auch er fragt was das sei. Während ich mir denke, "Das weiss doch jeder. Eine Art von Kuchen.", behauptet sein Kellner es ist eine Art von Eis. Als der Nachtisch kommt ist es eine Vanillemousse. Trotzdem lecker. Mit dem letzten Löffel jubeln die Spanier. Wären wir doch besser an das Wasserloch gegangen...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com