Geparde und Hyänen - Tracking

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Zufrieden sehen sie aus. Die Mäulchen noch bekleckert von der üppigen Mahlzeit. Die vier Geparden haben einen Common Duiker zur Strecke gebracht. Wir stehen keine 3 Meter von ihnen entfernt. Ein unwirkliches Schauspiel.

Wir sind wieder früh unterwegs und ehrlich gesagt, es ist scheißkalt. Martin und sein Tracker sind in dicke Jacken gehüllt und auch Elfi hat die Kapuze ihres Fleecepullovers nach oben geklappt. Wir suchen im neuen 16.000 Hektar Reservat nach den Geparden der AfriCat Foundation. 

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Das Gelände ist relativ neu und Martin kennt sich noch nicht so gut hier aus. "Ich hab eine Landkarte. Wir kennen noch nicht alle Straßen die angelegt wurden. Aber wir finden schon was. Die anderen Guides sind heute auch hier unterwegs. Wir halten Funkkontakt zu ihnen.", erklärt er als Elfi im Augenwinkel die Wildhunde des Nachbargeländes entdeckt. Wir halten.

Wir lieben Wildhunde. Sie sind einfach immer wieder etwas ganz besonderes. Es gibt nur wenige Möglichkeiten sie zu sehen. Ihr schnattern und schnelles hin und her rennen steigert sich als wir sie beobachten. Vernünftige Bilder kann man durch den Zaun nicht machen, aber wenigstens ein "Beweisfoto".

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Die Tiere sollen auch in das große Gelände integriert werden, aber momentan stehen sie noch unter Beobachtung. "Die sind unglaublich erfolgreich. Sie hatten nach 2 Tagen schon ihren ersten Kill. Ohne das ihnen jemand gezeigt hat wie man jagd.", fährt Martin fort bevor wir weiter Richtung Norden fahren.

Kein Signal kommt über das Peilgerät rein. Wir fahren schon eine Weile. Martin checked immer wieder unsere Position auf der Karte. Das Funkgerät rauscht und die stimme eines anderen Guides dringt über den Äther. "Sie haben Signale. Es sind mindestens 6 Geparden ... an der Nordseite des Geländes ... da müssen wir auch hin", verkündet Martin und wir suchen auf der Karte den besten Weg. 

Nach einer halben Stunde fahrt entdecken wir den Wagen des anderen Guides auf der Sandpiste. "Wir warten noch eine Weile, dann gehen wir los. Die anderen sollen ihre Zeit bekommen die Tiere zu sehen.", gibt Martin vor und wir vertreten uns kurz die Beine.

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Dann geht es los. Unser Tracker geht mit dem Peilgerät voran. Wir folgen. Trockene Flussbetten werden überquert und wir kämpfen uns durch ein Gestrüpp von "Wart ein Weilchen" - Büschen. Plötzlich ein Gepard im Gras. Er ist kaum zu sehen und lässt sich von nicht aus der Ruhe bringen.

Da eine zweite Bewegung. Jetzt erkennen wir erst die andere Gruppe. Sie steht einige Meter weiter im Gebüsch. Ihr Guide winkt uns rüber. Langsam aber sicher nähern wir uns ihnen. Da taucht noch ein Gepard auf. Und noch einer. Und wieder einer mehr. Es sind 4 Stück. Ihre Gesichter rot verschmiert. Zwei von ihnen reißen noch Fleischstücke aus einer kleinen Antilope. "Wir haben noch gehört wie sie den Duiker gejagt haben.", erzählt der andere Guide. Während Elfi und ich schon auf die Knie gehen um aus einer niedrigeren Position Fotos machen zu können.

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Obwohl die Tiere uns ignorieren sind sie sichtlich nervös. "Die haben Angst das Leoparden oder Hyänen von ihnen Wind bekommen. Dann verlieren sie die Beute ziemlich schnell ...", erklärt Martin, "... ein Hochgeschwindigkeitsjäger kann sich keinen Kampf erlauben bei dem er eine Verletzung riskiert.".

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Wir können die Tiere für 20 Minuten aus nächster Nähe beobachten, dann ziehen wir weiter. Eine weitere Gruppe möchte auch noch ihre Zeit mit den Tieren verbringen.

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Wir laufen zurück zum Auto, doch noch bevor wir dort ankommen treffen wir auf zwei weitere Geparde. Beide liegen Faul in der Sonne. Anscheinend hatten sie schon gefressen und vergammeln jetzt den Tag.

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Elfi beginnt und macht einige Bilder. Ich versuche Elfi mit den Geparden abzulichten, aber das ist nicht so einfach.

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Wir verlassen auch die Beiden und treffen am Auto ein. Der Rückweg ist diesmal schnell gefunden. Auch einen der Wildhunde können wir wieder von weitem erkennen. Wir kommen am Camp an.

Gegen Nachmittag holt uns Martin schon wieder ab. Wir sammeln noch ein paar Schweizer ein und fahren wieder in das Gelände der Leoparden und Tüpfelhyänen. 

Wir beginnen die Suche auf dem Berg. Da wo wir sie das letzte Mal zusammen mit dem Leoparden TJ anpeilen konnten. Doch diesmal ertönt nichts. Erneut beginnt eine verzweifelte Suche als plötzlich ein schwaches Signal aus der Ebene ertönt. "Wir müssen wieder den Berg hinunter. Das ist Ruppert. Eine unserer Tüpfelhyänen. Sie ist unten in der Ebene.", gibt Martin kurz bekannt und steuert den Allrad, das was einmal ein Weg sein sollte, hinunter. Wir werden gut durchgeschüttelt.

Das Licht wird knapp als wir vom Wagen steigen und unseren Weg durch das Gestrüpp suchen. Wir folgen dem verheißungsvollen Piepen des Peilgeräts. Der Tracker läuft kreuz und quer. Die Spannung steigt. Da. Im Gras. Da taucht tatsächlich ein Ohr auf. Es ist Ruppert.

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Ein kurzes Öffnen der Augen, dann liegt Ruppert wieder seelenruhig im roten Sand. Friedlich und zum "Danebenkuscheln" träumt er von dicken Knochen als er zusammengerollt unter einem kleinen Busch liegt. Nichts könnte harmonischer Wirken als dieses Bild. "Er ist eine sehr entspannte Hyäne.", erzählt Martin als wir im Halbkreis um den Träumer stehen. 

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Wir alle versuchen noch schnell ein Bild zu machen bei dem Ruppert wenigstens ein Auge auf hat. Und klick. Gelungen. Nicht wirklich künstlerisch wertvoll, aber wenigsten sieht man das es kein in die Wildnis gelegtes Hyänenfell ist.

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Wir verlassen Ruppert abrupt, denn unser Tracker konnte TJ anpeilen und der scheint nicht weit weg zu sein. Ein Zusammentreffen mit dem Leoparden möchte Martin vermeiden. Wir gehen zurück zum Auto und suchen uns einen Platz für den Sundowner. Ein Gläschen O-Saft und wir fahren zurück ins Camp. Während wir das Abendessen genießen vernehmen wir das "Whhooooohhoooop" einer Hyäne. 

Ruppert scheint doch noch aufgewacht zu sein ...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com