Im Chobe Nationalpark

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Es schnorchelt und gurgelt um uns herum. Es sind bestimmt hunderte von Elefanten die hier am Chobe River zum Trinken, Planschen und Spielen kommen. Wir haben schon lange unseren Motor abgeschaltet und genießen das rege treiben der grauen Riesen. Das einzige Geräusch ist das Klicken der Kameras.

Wir fahren durch Kasane zum Sidudu - Gate. Ich springe aus dem Auto und erledige die Formalitäten. Danach können wir in den Chobe Nationalpark einfahren. Hier im Norden des Parks fließt der Chobe River. Den wollen wir entlang fahren um auf der Westseite den Park wieder zu verlassen. Doch zuerst wird der Allrad wieder angeschaltet. Die meisten Straßen im Chobe sind Tiefsandpisten. 

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Am Fluss angekommen sind die ersten Tiere auf die wir stoßen Flusspferde. Auf einer Sandbank hat sich eine große Gruppe der Tiere breit gemacht. Um die Sandbank herum schauen auch noch Ohren und Nasen aus dem Wasser. Manche von ihnen fallen uns am Anfang nicht auf.

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Es sind Wolken am Himmel. Die Sonne brennt heute nicht. Anscheinend sind die Nilpferde deswegen so aktiv. Wir beobachten die Jungtiere beim spielen. Besonders einer von ihnen ist eine kleine "Nervensäge". Er macht seinen Verwandten das Leben schwer. Immer wieder sucht er die Aufmerksamkeit der Anderen. Dabei ist er schon total verkratzt von den Zähnen der genervten Verwandten. 

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Ab und zu treffen wir auch auf Nilkrokodile. Sie gibt es in allen Größen. Vom Handtaschenformat bis zu wahren Riesen. Meistens harren sie bewegungslos am Ufer aus. Sie hätten heute gerne mehr Sonne.

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Der Chobe Fluss ist die Wasserquelle für die Tiere die im nördlichen Teil des Chobe Nationalparks leben. Wir treffen auf Impalas, Giraffen, Büffel und Elefanten.

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In seinem Schilf und an seinen Ufern blüht das Vogelleben. Unzählige Reiher, Störche, Löffler, Wasser- und Greifvögel nutzen diese Lebensader. 

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Sie stochern, löffeln, spähen und tauchen nach Nahrung. Manche von ihnen im Verborgenen andere auf der freien Wasseroberfläche.

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Giraffen ziehen majestätisch durch das flache Sumpfgebiet. Mit langsamen, aber großen Schritten machen sie einen unwirklichen Eindruck.

Für kurze Zeit haben wir das Ufer verlassen. Wir steuern einen Picknick - Platz an. Auf den Steinbänken machen wir es uns gemütlich. Wir haben noch Essen von gestern Abend dabei. Der Gaskocher zischt und wir brutzeln uns gemütlich und entspannt unsere Mahlzeit an. Mit gefüllten Bäuchen beobachten wir die Schmetterlinge die im Sandboden anscheinend nach Mineralien suchen. Es wird Zeit weiter zu fahren. Ich schnappe mir das Geschirr und will damit zum Wasserhahn. Als ich einen Baum passiere sehe ich auf seiner Rückseite einen toten Pavian. Seine Brust ist aufgerissen. Ich tippe auf einen Leoparden. Der Körper riecht noch nicht. Das ganze kann nicht lange her sein. Vielleicht haben wir sogar den Räuber bei seinem Job gestört. Das Geschirr waschen geht jetzt schneller. Wir machen uns zurück zum Fluss.

Kaum haben wir den Picknickplatz verlassen kommt uns ein Südafrikaner entgegen. Er kurbelt die Scheibe runter und schmeißt uns lachend herüber, "Habt ihr euren Spass ?". "Na klar", kommt unsere Antwort prompt. "Es wird noch besser. Da kommt was von Süden.", fügt er schmunzelt hinzu. Und ehe wir noch nachfragen können ist er schon wieder weiter. Gebannt schauen wir in Richtung Süden. Eine Menge Impalas kommen aus dieser Richtung. Aber ansonsten nichts. Wir sind uns nicht sicher ob der Kerl vielleicht einfach zu gut drauf war und fahren weiter. 

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Wir sind noch nicht weit, als wir eine kleine Kurve nach rechts fahren und wieder direkt am Chobe Fluss stehen. Uns fällt sofort der Unimog mit dem deutschen Nummernschild auf. Der Fahrer hat die Tür offen, einen Becher in der Hand, die Sonnenbrille auf und schaut vergnügt auf den Chobe hinaus. Wir folgen seinem Blick und sehen mitten auf einer Insel im Chobe eine große Herde Elefanten. Sie Sandbaden. Wir sind begeistert. 

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Der blaue Klaus rollt zur Seite. Wir suchen uns einen schönen Platz um das Schauspiel zu genießen. Jetzt kommen immer mehr Elefanten. Und die kommen von Süden. Einige vielleicht erst ein paar Tage alt, andere deren Größe einen selbst sehr klein erscheinen lässt. Sie grollen, gurgeln, brummen und tröten. Es wird im Schlamm gebadet, mit den Ohren geschlackert, durch die Gegend gerannt und sich gegenseitige Aufmerksamkeit geschenkt.

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Auch weitere Touristen treffen ein. Einer von ihnen steigt mitten zwischen den Elefanten auf sein Autodach. Wir können die Aggressionen der Elefanten sehen. Gerade die Halbstarken fühlen sich sichtlich unwohl. Das was er da macht ist alles andere als ungefährlich. Wir schütteln beide nur mit dem Kopf. Einfach hirnlos.

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Irgendwann dreht sich auch mal Mama - Elefant um. Jetzt merkt der Suizidgefährdete auch, dass es kein Spass mehr ist. Ein Glück verzieht er sich und Mama - Elefant ist wieder entspannt.

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Wir schätzen die Anzahl der Elefanten die uns passiert und um uns herum gelaufen sind auf ca. 200 Stück. Wir haben über 3 Stunden hier gestanden. Immer wieder kamen neue graue Riesen aus dem anliegenden Gebüschen an den Chobe Fluss.

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Doch irgendwann müssen wir weiter. Ich steuere den blauen Klaus am Ufer entlang. Durch Matschkuhlen, Tiefsand und Felsen als Elfi STOP ruft. Sie hat einen Nilwaran ausgemacht. Gemütlich zieht auch er am Ufer entlang. Ich hatte ihn beim Fahren übersehen.

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Es wird Zeit das wir den Chobe verlassen. Der Park schließt bald. Wir passieren noch einige der seltenen Rappenantilopen so wie einen Lizard Buzzard der eine Taube erwischt hat.

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Wir verlassen den Park im Westen und fahren über die Hauptstraße zurück nach Kasane. Am Ortseingang passieren wir noch einen Elefanten und einige Paviane auf der Suche nach einem Campingplatz. Am Thebe River Camping Platz angekommen bekommen wir den Platz Nummer 2 zugewiesen. Der Platz ist eine Notlösung. Seit der letzen Überschwemmung sieht er etwas ramponiert aus. Neben uns steht ein junger Holländer. Auch er ist auf langer Tour. Seit 4 Monaten in Afrika und die nächsten 4 Monate sind schon verplant. "Ich weiß noch nicht ob ich danach in die Niederlande zurück fliege. Meine Freundin auf jeden Fall, aber ich ... ich habe eigentlich kein wirkliche Beschränkung", erzählt er uns.

Plötzlich trifft ein Pärchen aus Sachsen ein. Auch sie haben Campingplatz Nr. 2. Jetzt stehen wir aber schon hier. Nach einigen Minuten stellt sich heraus, auch der Holländer hat Campingplatz Nr. 2. Wir rücken ein wenig zusammen, gehen Fussball in der Campingplatz Bar schauen, unterhalten uns über unsere Reisen. Die beiden Sachsen wollen durch den Chobe nach Maun fahren. Wir erzählen ihnen das man uns abgeraten hat die Strecke über Savuti zu fahren. Nach einigem Grübeln kommt er auf die Idee eine andere Strecke durchs Hinterland zu fahren. Die ist allerdings nur sehr selten befahren. "Wenn ihr da steht, dann steht ihr wahrscheinlich eine Weile. Wer weiß wann da einer vorbei kommt", äußere ich mit Skepsis in der Stimme. "Wir fragen mal am Gate was die davon halten. Wir wollen das testen", gibt er zurück. Wir wünschen ihnen dabei viel Glück falls wir uns nicht mehr sehen und beenden einen erfolgreichen Tag...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com