Kap Agulhas und Bontebok Nationalpark

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Es ist der erste Wendepunkt in unserer Reise. Hier am Kap Agulhas geht es nur noch Richtung Norden. Dies ist der südlichste Punkt Afrikas. Danach kommt nur noch die Antarktis. 

Hier, am südlichsten Punkt des Kontinents, trifft sich der Indische Ozean und der Atlantik. Der kalte Benguela Strom aus der Arktis trifft auf den warmen Agulhas Strom aus dem Indischen Ozean. Während die Küste die wir bis jetzt befahren haben Kaltwasserküste ist, ist dieser Punkt schon Warmwasser. Weiter im Osten, wo der Agulhas Strom alleine herrscht, kommen subtropische Gewässer. Genau hier treffen sie aneinander. Dies ist der Punkt - der Punkt an dem ich einen Fuß in den Indischen Ozean stellen kann und den anderen in den Atlantik. Das brauche ich als Foto.

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Ich ziehe die Schuhe aus. Langsam gleiten meine Füße ins Wasser (Anm. d. Red.: hier gibt es Weiße Haie). Ich bin mir sicher ich kann an meinem rechten Fuß den kalten Benguela Strom spüren während es am linken Fuß schon wärmer ist. Ich wate ins Wasser. Schlittere von einem glitschigen Stein auf den nächsten. Seepocken an den Steinen sind der einzige, schmerzhafte Halt den die Füße finden. Elfi ist begeistert. Mit der Kamera in der Hand kann sie das Lachen nicht mehr unterdrücken. Klick, klick, klick - die Speicherkarte füllt sich. Nun habe ich die exakte Position erreicht. Ich drehe mich um. In meinem triumphalen Moment, als Bindeglied zweier Ozeane, strecke ich die Arme aus und Elfi drückt den Auslöser.

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Danach geht es schleunigst wieder ans Ufer. Derjenige der behauptet dies wäre schon Warmwasser - Der pinkelt auch Eiswürfel. Mit rot angelaufenen Füßen krabbel ich aus dem Wasser. Es ist saukalt. Elfi hat noch mehr Spass. Die Bilder meiner roten Füße landen auf der Speicherkarte. 

In meiner Funktion als Bindeglied zweier Ozeane muss ich auf meine Ernährung achten. Der Magen knurrt. Elfi stimmt meinem Antrag zu und wir errichten unsere Küche direkt am Strand.

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Der Gaskocher erhitzt die Pfanne, die Pfanne erhitzt die Würstchen, die Würstchen landen erst im Brötchen danach unter zufuhr von Mrs H.S. Balls Chutney in unserem Magen. Wir genießen das Leben in vollen Zügen.

Es geht weiter in Richtung Bontebok Nationalpark. Auf dem Weg zieht sich das Wetter immer mehr zusammen. Wolken und Licht spielen am Horizont - Malen Bilder von unglaublicher Schönheit.

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Der Bontebok (Buntbock) ist eine Antilope der ihre Schönheit zum Verhängnis geworden ist. Sie ist eine der seltensten Antilopen überhaupt. Jäger haben die Art wahrscheinlich zum Aussterben verurteilt. Die Trophäen der Böcke waren lange Zeit sehr begehrt. Heute schätzt man den Bestand der Tiere auf knapp über 200. Davon Leben über 100 im Bontebok Nationalpark.

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Wir fahren in den Park ein und melden uns an der Rezeption. Hier ist total tote Hose. Wir sind die einzigen die heute auf dem Campingplatz übernachten. Der Park ist super gepflegt. Die Straßen sind gut. Es gibt Mountainbike - Strecken und Wanderwege. Große Raubtiere existieren hier nicht.

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Wir fahren eine kleine Runde durch den Park. Machen Bilder und beobachten das Treiben der Tierwelt. Langsam naht die Dämmerung. Wir laufen den Campingplatz an.  Während wir unser Lager aufbauen melden sich auch schon die Tierwelt. Ein Kaphase und mehrere Vögel schauen vorbei. Zwischendurch greifen wir immer wieder zur Kamera.

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Es wird dunkel. Elfi verabschiedet sich in die Dusche. Ich will noch den Laptop anschließen, damit wir im Zelt noch die Bilder des Tages begutachten können. In einem kleinen aus Beton gemauerten Kasten sind die Steckdosen eingelassen. Sie sind mit Abdeckplatten vor der Witterung geschützt. Ich greife im Dämmerlicht in den Kasten um die Abdeckplatte zu entfernen. Aus einer sehe ich einen 15 cm großen Schatten mit hoher Geschwindigkeit in Richtung meiner Hand krabbeln. Das Adrenalin schießt mir in die Adern. Mein Stammhirn ruft meine Hand zurück. Ich kann in dem dunklen Kasten nicht viel erkennen. 

Mit meiner Stirnlampe bewaffnet nähere ich mich langsam erneut dem Kasten. Noch bevor ich erkenne was es ist sehe ich schon die Augen leuchten. Erleichtert erkenne ich eine Art Jagdspinne. Ich wußte nicht das sie diese Größe erreichen können. Und ich wußte nicht das es Spinnen gibt deren Augen im Stirnlampenlicht funkeln.

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Auch wenn alles ganz harmlos war hat es mich mal wieder daran erinnert, dass man hier nicht einfach in dunkle Löcher greift. Elfi kommt zurück aus der Dusche. Wir laden noch die Bilder auf den Laptop. Morgen fahren wir in Richtung Cango Caves. Da geht es unter die Erde ...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com