Mesosaurus und ab zu den Wildpferden

19_6533_5

Wir reisen ab. Auf dem Weg nach Keetmanshoop fällt uns ein Schild auf. Mesosaurus - Camp. Hier scheint es Fossilien zu geben. Wir beschließen einen schnellen Abstecher zu machen.

Im Camp angekommen erfahren wir das man nur mit einem Guide in das gesperrte Gebiet kommt. Unser Guide fährt mit seinem Auto vorneweg. Auf seinem Pickup sitzt sein Hund. Während der Fahrt schnappt er immer wieder nach vorbeiziehenden Ästen. Wir beobachten ihn und haben unseren Spass.

In einer steinigen Gegend halten wir an. Hier gibt es ein Grab eines deutschen Reiters der im Kampf mit den Nama umgekommen ist. Nicht weit davon entfernt unter kleinen Wellblechen geschützt schauen wir uns einige Fossilien an. 

Der Guide scheint der Besitzer des Anwesens zu sein. Er erzählt wie er als kleiner Junge das erste Fossil hier fand. Während sein Vater eine Straße baute spielte er hier in den Felsen. Im inneren eines Steins fand er etwas was sie damals als Echse identifizierten. Sein Vater dachte es handelt sich um ein vielleicht 1 - 2 tausend Jahre altes Reptil und schickte das Stück an die Universität in Stellenbosch Südafrika. Mit eine lachen kommentiert er, "They said it's maybe 270 million years old. It is one of the first animals that lived on land and in water.". 

Der Spass an der Sache ist unserem Guide anzumerken. Er zeigt uns etliche Exemplare und erzählt uns wie man herausgefunden hatte was diese Tiere gefressen haben.

 19_6531_3

Wir fahren weiter. Bis wir in einem Gebiet sind das Giants Playground ähnelt und trotzdem viele Köcherbäume aufweist. Hier hätte man viel besser Bilder machen können. Und das werden wir auch noch tun, aber erst erzählt uns der Guide noch etwas über die Steine. Sie sind stark metallisch und er nimmt einen Stein und spielt uns Bruder - Jakob auf einer Gesteinsformation indem er den Stein immer wieder gegen verschiedene Felsen haut. Auch wir hämmern noch ein paar mal begeistert auf die Steine. Allerdings mehr eigene Kompositionen.

20_6955_4

Das Gebiet der Farm ist schön zum fotografieren und neben unzähligen Schafen leben hier auch noch einige Riesentrappen.

Wir verabschieden uns und lenken den blauen Klaus in Richtung Keetmanshoop. Wir halten im Internetcafe und schreiben einige Emails und updaten die Website. Auf der Tür steht groß geschrieben, "Jesus loves you". Der freundliche Afrikaner hinter dem Tresen ist gekleidet wie ein Konfirmand. Die Internetleitung braucht etwas, aber zum Glück sind wir die Einzigen hier.

Wir parken den blauen Klaus vor dem Sparmarkt. Ich lasse das Auto nicht gerne an der Straße stehen und noch während wir aussteigen kommt ein Afrikaner zu uns geschlendert. Mit seiner Rasta - Frisur und seinem leicht benommenen, schlendernden Gang erinnert er mich an Captain Jack Sparrow aus Fluch der Karibik. " I 'l guard your car.", wirft er uns entgegen. "No", antworte ich. Etwas entgeistert zieht er Leine, allerdings nicht ohne den Inhalt des blauen Klaus genau zu inspizieren.

Ich bleibe draußen. Sicher ist sicher. Elfi geht alleine das nötigste Einkaufen. Während ich draußen stehe und den blauen Klaus bewache bemerke ich das kein Weißer sein Auto unbewacht lässt. Lediglich ein einziges Auto ist ohne Insassen. Hier sitzen zwei Hunde auf der Rückbank.

Ein zweiter Bettler schlägt auf. Ignorieren funktioniert und er geht weiter. Jetzt allerdings passiert etwas das mir neu ist. Er bettelt auch die Afrikaner an. Bis jetzt hatten wir sie immer nur Weiße anbetteln sehen.

In einem kleinen Fenster direkt neben dem Eingang sitzt eine Frau die Taschen kontrolliert. Mit einer Kippe bewaffnet blickt sie in jede Tasche. Mir fällt noch auf das sie schon fast den Filter raucht als sie mit einer Handbewegung die Zigarette auf die Straße schnickt. Plötzlich taucht einer der Bettler ab greift blitzschnell nach der Zigarette macht zwei Züge und befördert den Filter wieder zurück auf den Boden. Ich warte auf Elfi...

Zurück im Auto biegen wir auf die Straße Richtung Lüderitz ein. Unser nächstes Ziel ist das Örtchen "Aus". Hier bleiben wir eine Nacht um am nächsten Morgen die Wildpferde in der Namib zu fotografieren.

Elfi lenkt den blauen Klaus an die Touristeninformation in Aus. Hier scheint man der Community zu helfen und ihnen die Möglichkeit zu geben etwas Geld zu verdienen. Das Häuschen sieht Tiptop aus. Handwerksarbeiten liegen zum Kauf aus. Wir lesen die Schautafeln über die Region und ihr Ökosystem. Vieles haben wir schon gesehen. Manches ist uns neu.

Zurück auf der Straße biegen wir in die Lodge "Klein - Aus - Vista" ein. Der Campingplatz ist besetzt. Wir kommen auf einem Overflow Platz unter. Das heißt wir stehen einfach auf dem Gelände und haben an unserem Platz weder Strom noch Wasser. 

Gegen Abend kommt Wind auf. Das war schon die letzten Tage so, doch normalerweise flaut er gegen 10 Uhr abends ab. Heute nicht. Hier weht es die ganze Nacht. Das Überzelt schlägt mit lautem Knall immerwieder an das Unterzelt. Wir schlafen schlecht.

Morgen geht es zu den Wildpferden der Namib ...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com