Namibia - der Kreis schließt sich

78_22117_855

Wir sind mittlerweile schon wieder in Namibia. Wir machen Strecke. Bis heute Nachmittag wollen wir an den Popa Falls sein. Dort ist unser nächster Stop. Momentan passieren wir den Caprivi Strip. Hunderte von Kilometern Wildnis. Ich muss mal. Der blaue Klaus fährt auf einen Parkplatz. Ich stell den Motor ab. Kaum ist die Maschine aus kommt ein komisches Geräusch aus dem Motorraum. Bitte nicht hier. Wir haben noch über 200 km zum nächsten Ort.

In Kasane halten wir noch einmal schnell am Supermarkt. Wir wollen noch ein paar Flaschen Fanta einpacken und die restlichen Pula (Botswanische Währung) loswerden. Heute geht es zurück nach Namibia. Im Supermarkt kommen uns zwei Männer "Hand in Hand" entgegengelaufen. Wir hatten schon gelesen das es in Botswana ein Zeichen von Freundschaft ist, aber gesehen hatten wir es noch nicht. Beim Verlassen des Marktes patrouillieren noch ein paar Warzenschweine auf dem Parkplatz.

78_22084_822

Wir fahren auf der Hauptdurchfahrtsstraße durch den Chobe Nationalpark als plötzlich eine große Herde Rappenantilopen auf die Straße läuft. Die seltenen Tiere sind ein schönes Abschiedsgeschenk von Botswana an uns. Wir nehmen dankend an und machen noch ein paar Bilder.

78_22100_838

Dann landen wir am Grenzübergang und wollen aus Botswana ausreisen. Wir sind etwas nervös nach der Aktion von gestern, aber dafür gibt es keinen Grund. Der Grenzbeamte redet mit uns über das Deutschlandspiel, dann fliegen zwei Stempel in zwei Pässe und wir haben Botswana offiziell verlassen. 

Nun kommen wir an den namibischen Grenzübergang. Die Pässe sind schnell gestempelt. Wir rollen in Richtung Ausfahrt als wir auf einmal gestoppt werden. Wir müssen uns wegen der Maul und Klauenseuche erstmal desinfizieren lassen. Erst unsere Schuhe, danach der ganze Klaus. Hier gibt es kein Wasserbad. Hier wird mit dem Schlauch abgespritzt. 

78_22124_862

Jetzt möchte der Grenzbeamte einen Blick in unseren Kühlschrank werfen. Er bemängelt die Milch die wir dabei haben. Milch darf von Botswana nicht nach Namibia eingeführt werden. Wir übergeben die Packung dem Grenzbeamten. Der erinnert uns, "Ihr könnt die Milch auch schnell trinken.". Während ich noch darüber nachdenke jetzt 1 Liter eiskalte Milch in mich reinzupumpen hat Elfi schon mit einem, "Nein Danke. Das ist zu viel.", abgelehnt. Keine 2 Minuten später sind wir in Namibia. Auf dem Weg zu den Popa Falls. Und das ohne Bauchschmerzen von einem Liter eiskalter Milch.

Der erste Supermarkt ist uns. Wir brauchen Milch, Joghurt und Käse. Alles was man von Botswana nicht nach Namibia bringen darf. Der Kühlschrank wird wieder aufgefüllt und es geht weiter.

Wir sind noch keine 50 km gefahren da kommen wir an einen Veterinär - Kontrollpunkt. Wir wussten nicht das es die auch in Namibia gibt. Aber anscheinend nur hier oben im Caprivi Zipfel. Wir bangen wieder um unsere Milchprodukte. Der Opi der hier kontrolliert kümmert sich wieder um unsere Schuhe und die Desinfizierung von Klaus. Dann kommt der Moment wo er in den Kühlschrank schaut. "Alles Ok.", grinst er mich an. Ich schließe die Heckklappe vom Klaus zügig und frage höflich, "Für welche Seuchen kontrolliert ihr eigentlich ?". "Maul und Klauenseuche.", gibt der Opi zurück. Dann begebe ich mich ins Auto. Fahre an. Elfi schaut mich fragend an. "Der hat in dem Kühlschrank nichts gesehen.", sage ich zu ihr. "Aber der ist doch voll mit Milchprodukten.", gibt sie zurück. Ich nicke.

Nun machen wir endlich mal Kilometer. Wir fahren durch den Caprivi Strip. Ein Schutzgebiet das es ermöglicht das Tiere von Angola durch Namibia nach Botswana wandern können. Hier gibt es nichts. Kaum Häuser. Keine Dörfer. Erst recht keine Orte. Ich halte an. Die Blase fordert ihren Tribut. Da kommt das Geräusch von kochendem Wasser aus dem Motorraum. "Bitte nicht hier Klaus.", fährt es mir durch den Kopf. Ich öffne die Motorhaube. Elfi schaut nach dem Kühlwasser, während ich erstmal ins Gebüsch gehe.

"Kühlwasser ist voll", entgegnet mir Elfi. "Ich schau mal nach dem Öl.", antworte ich und besorge mir ein Taschentuch. Ölstab raus. Abwischen. Ölstab rein. Ölstab raus. Staunen. Da ist überhaupt kein Öl dran. Ich krabble unter den Motor um zu schauen ob da irgend etwas tropft. Fehlanzeige. Ich suche eine Weile, dann finde ich die Stelle. Hier hat einer Öl abgezapft. Sorgfältig ist der Schlauch abgedreht und wieder angedreht worden. Man kann es noch richtig sehen. Uns hat jemand das Motoröl geklaut.

Ich habe noch einen Ersatzkanister Öl dabei. Ich schütte das Öl rein. Es ist viel zu wenig, aber besser als nichts. Im Schneckentempo und mit einem unguten Gefühl im Magen fahren wir weiter. Damit die Zeit schneller vergeht überlegen wir wo uns jemand das Öl geklaut haben könnte. Uns fällt nur der Flughafen in Maun ein. Hier stand das Auto 5 Tage unbewacht.

Über 200 km weiter rollt der blaue Klaus an eine Tankstelle. Ich kaufe 2 Liter 20W50 Motorenöl. Klaus nimmt den Mineraltrunk mit Freude in sich auf und trägt uns noch bis zu unserem Campingplatz. 

Direkt am Ufer des Okavango schlagen wir unser Zelt auf...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com