Vegetarier mit Flitzebogen

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Es ist schon spät. Wir beenden das Frühstück und verabschieden uns von Katrin. Wir wollen noch etwas wandern gehen. Nach dem langen Frühstück wird es wohl eine kürzere Tour.

Wir haben wieder das Funkgerät eingesteckt, die Karte und eine kleine Broschüre über die Pflanzen der Umgebung. Wir laufen die Sandpiste entlang und beobachten die Natur. Nach wenigen hundert Meter ist man schon in der "Wildnis". Wir hören keine Menschen mehr und haben auch die Lodge aus den Augen verloren. Immer wieder blättern wir in der Broschüre, lernen Namen der Bäume und ihren nutzen für die Einheimischen. 

Bienenfresser sitzen in den Büschen und jagen im Stoßflug immer wieder auf Insekten um kurz darauf wieder im Gebüsch zu landen. Wir kommen an einen Luderplatz. Silvio hatte uns erzählt das er versucht Geier anzulocken. Hier auf einer kleinen Holzplattform werden tote Tiere abgelegt. Rund um die Plattform existieren einige Spuren. Hyänen und Schakale sind darunter.

Wir folgen der Piste wieder in Richtung Lodge. Wir treffen auf einige Warzenschweine als plötzlich eine Spur im Sand auftaucht. Die Spur ist ziemlich groß. Es scheint keine Katze zu sein, aber es sind auch keine Krallenabdrücke zu sehen als konnte das Tier die Krallen einziehen. Die Spur gibt uns ein Rätsel auf. Ich bin mir sicher wir haben etwas übersehen. Aber egal - wir gehen einfach weiter.

Zurück an der Lodge treffen wir uns zum Lunch. Es wird wieder ein längeres Mittagessen. Wir verquatschen die Zeit als Silvio plötzlich auftaucht. "Wir sind zum Bogenschießen verabredet.", sagt er. Wir packen unsere Sachen, suchen uns ein paar Bögen und Pfeile aus, dann geht es zum Schießstand.

Unser Ziel ist Bambi. Bambi ist eine ziemlich mitgenommene Hartschaum - Antilope die in 20 Meter Entfernung vor einem Sandhaufen steht.

Silvio erklärt uns die Sportbögen und wie wir Zielen müssen, dann fängt er an. Die Pfeile fliegen, manche Treffen das wehrlose Tier, andere landen im Sandberg. Wir wechseln uns ab. Langsam werden wir besser. Bambi sieht noch zerpflückter aus als vorher.

Langsam schmerzen uns die FInger. Die Kuppen erreichen ein leichtes Taubheitsgefühl. Ich mache die letzte Runde. Von elf Pfeilen treffen sieben. Bambi ist machtlos. Das macht langsam richtig Spass. Aber nichts desto trotz die Finger schreien nach Erlösung und wir gehen zurück zur Lodge.

Elfi schaut bei einer Reitstunde zu, während ich Bilder sortiere und Texte schreibe. Am Abend treffen wir uns wieder zum Dinner. Auch heute wird es noch später. Da war der Wein, der Amarula, der Springbok und ein Kaktusfeigenlikör und verdammt viel Spass. Morgen fahren wir wieder an die Küste. Swakopmund ist unser Ziel...


Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com