Zweiter Tag rund um Halali

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Es werden immer mehr. Wir sind schon lange an der Schlange von Zebras entlang gefahren, aber jetzt treffen sie alle am Wasserloch ein. Wo vor Minuten noch Stille herrschte ist jetzt Chaos angesagt. Sie drängeln, springen, toben und die Fohlen rennen aus Lebensfreude. 

Früh haben wir Halali verlassen und fahren in Richtung Salzpfanne. An einem Wasserloch fällt uns ein merkwürdig gezeichnetes Zebra auf. Richtig gestreift ist es nichtmehr. Die Streifen der Zebras haben mehrere Gründe. Zum einen helfen sie die Hitze zu Regulieren. Ein weiterer Faktor ist der Schutz vor Raubtieren. Im Gewühl der Herde können z.B. Löwen nur schwer ein Individuum selektieren. Die "rennenden Streifen" lassen keine Konturen zu die die Löwen verfolgen könnten. Ein dritter Punkt ist die Tatsache das Zebras anscheinend durch ihre Musterung weniger von Tsetse - Fliegen geplagt werden als andere Tiere. Dieses Zebra muss auf das alles verzichten. Es ist eine Laune der Natur. Praktisch ein Prototyp der Evolution. Nur wenn seine neue Musterung einen Vorteil vor den anderen ergibt, dann kann es sich durchsetzen. Aber wahrscheinlich eher nicht.

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Nach einer Weile lassen wir das Zebra zurück. Wir fahren in Richtung Salzpfanne und passieren eine lange Schlange von Zebras bis wir an einem Wasserloch ankommen. Hier stehen nur ein paar Springböcke. 

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Ein kurzes "Koooaaakk" ertönt. Elfi hat die Scheibe unten. "Koooaaakkk", ertönt es wieder. Elfi schaut nach unten. "Koooaaakkk", gibt Elfi zurück. Elfi macht das Geräusch so gut nach, dass der Schildrabe vor ihrer Tür es erwidert. So unterhalten sich die beiden ein, vieleicht zwei Minuten, dann springt der Rabe auf die Motorhaube. "Koooaaaakkk", gibt Elfi mit einem Grinsen von sich. "Koooakkk", kommt von Rudi (Anm. d. Red.: So heißt der Rabe mittlerweile) zurück und mit einem Satz sitzt er auf dem Aussenspiegel vor Elfis Fenster. 

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Elfi beginnt einige Bilder zu machen. Der Schildrabe steht Model. Auf jedes von Elfis Kooooaaak folgt ein Koooakkk von Rudi. Ich habe das Mikrofon an und nehme den Spass auf. Doch nach einer Weile scheint es dem Raben zu bunt zu werden und er zieht weiter.

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Wir verweilen noch einige Minuten am Wasserloch. Ein paar der Springböcke tragen ihre Meinungsverschiedenheiten aus. Da kommen die ersten Zebras um die Ecke.

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Während wir am Wasserloch geschaut haben,hat sich hinter uns eine Schlange von Zebras aufgereiht. Sie alle wollen jetzt an das Wasserloch. Es sind definitiv mehrere Hundert vielleicht sogar Eintausend Tiere. Ihre Hälse gehen auf und ab. Sie trinken. Nach dem Trinken herrscht Lebensfreude. Die Fohlen rennen sich die Freude vom Leib, die älteren fangen an miteinander zu spielen.

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Während manche jetzt erst an das Wasser treten verschwinden die ersten wieder in den Büschen. Nachdem das Wasser durch all die Hufe getrübt wurde schieben viele Tiere sich an die Quelle, die hier aus einem Stein kommt. Hier ist das Wasser noch klar.

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Auf einmal. Wie auf ein Zeichen. Ist der ganze Spuk vorbei. Das Wasserloch ist wieder leer. Nur die Hufabdrücke und das getrübte Wasser sind noch Zeichen von dem was hier geschehen war. Unglaublich.

Wir fahren hinaus auf die Etosha Pfanne. Die Salzpfanne macht einen trostlosen Eindruck. So weit das Auge reicht - Nichts. Ich steige aus. Baue das Panoramastativ auf und mache eine Panoramaaufnahme. Der blaue Klaus gilt als Referenz. Damit man vergleichen kann wie groß die Pfanne ist. Die ganze Pfanne flimmert von der Hitze.

Panoramafotografie: Etosha Lookout in der Salzpfanne

Über zwei weitere Wasserlöcher geht es nach Halali zurück. Heute Abend wollen wir an das Wasserloch. Hier haben wir vor 5 Jahren einige Elefanten und einen Leoparden beobachten können. Nach dem Essen schnappen wir uns noch eine Schokolade und die Kamera und laufen zum Wasserloch. Schon auf dem Weg dorthin hören wir lautes Schnauben. Elefanten ? Nein. Es sind 5 Spitzmaulnashörner. 4 Erwachsene und ein Junges.

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Die Nashörner verlassen das Scheinwerferlicht, bleiben aber in der Nähe. Immer wieder hört man das Schnauben und brechen von Ästen, aber das Dunkel der Nacht verrät nicht mehr. 

Plötzlich wackelt der Busch. Eines der Nashörner kommt zurück. Ich kann ein paar Bilder machen als es regungslos am Wasserloch steht. Dann taucht eine Hyäne auf der anderen Seite auf. Die beiden haben sich sofort gehört bzw. gerochen. Im dunkeln beginnt ein Spiel ähnlich dem am ersten Wasserloch im Etosha. Die Hyäne nähert sich - das Nashorn weicht zurück. Dann wird es dem Nashorn zu bunt und es rennt ein paar Schritte nach vorne - die Hyäne weicht zurück. Dann dreht sich das Spiel wieder. Es ist lustig zu sehen wie frech die Hyäne gegenüber dem Koloss ist. Aber am Ende kommen beide an das Wasser und trinken. Danach verziehen sie sich in die Nacht und wir uns in das Dachzelt...

Elfi & Andy auf Africatour - http://africatour.ankimo.net - ankimo1@googlemail.com